Heiner Stahl: „Stimmgabeln. Vom Lernen über das Hören und die Verwissenschaftlichung des Gehörs am Beispiel der Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane (1890-1915).“

GfM 2013 – Abstracts, Intern
Am Beispiel der Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane zeigt dieser Beitrag auf, wie sich zwischen 1890 und 1915 im naturwissenschaftlichen Diskurs die Verständnisse vom Hören und der Leistungsfähigkeit des Gehörs herausbildete. Es geht insbesondere darum, an den Aufsätzen von Max Meyer, William Stern, Theodor Lipps, Wilhelm Heinrich, Hendrik Zwaardemaker und Carl Stumpf die empirische Vergegenständlichung der Hörfähigkeit herauszuarbeiten. Dabei interessiert es vorallem, die Zielstellung der jeweiligen Studien und Laborversuche in einen größeren Zusammenhang von emergierendem Wissen einzufügen (Latour/ Woolgar 1986; Dierig 2006). Für diese Versuche ist die Stimmgabel ein Werkzeug, um die Funktionsweisen des Gehörs zu ermitteln. Sie führt auf eine Entdeckungsreise durch das Ohr und die Nervenbahnen. Die Stimmgabel erschließt auf diese Weise die auditive Ebene der Sinnesverarbeitung. Aus psychologischer Perspektive ist sie eine individuelle psychische Leistung.…
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Der Anklang der Technik im mobilen Hören.

GfM 2013 – Abstracts
Abstract: In neuerer Zeit rückt der Freiburger Denker Martin Heidegger zunehmend in den Focus der Cultural Techniques und Sound Studies, obgleich er niemals eine Abhandlung über das Gehör, über die Stimmung oder die Resonanz im exakt rechnenden Sinne verfaßt hätte. Das ist auch nicht nötig, denn das Dasein ist von seinem Grund in Sein und Zeit her immer schon in der Stimmung und steht mit diesem Grund, der neuzeitlich durch die Technik bestimmt ist, als stimmend-gestimmtes in Wechselbezug: Das Dasein ist per se Schwingung und Resonanz, ist dieser Ton selbst, den es nur selten zu Gehör bringt, denn dazu müßte es abstrakt hören können, was reichlich schwierig ist. Erschwerend kommt hinzu, daß das Ohr auf die Ortung konkreter Klanggestalten gerichtet ist, ob es sich über deren Ursprung täuscht oder nicht.…
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Über blinde Medientechnologien. Ikonoklasmus als medienwissenschaftliche Tugend.

GfM 2013 – Abstracts, Intern
Über blinde Medientechnologien. Ikonoklasmus als medienwissenschaftliche Tugend. Das Aufkommen der Bildwissenschaften und der eingehenden medien- und wissenschaftshistorischen Untersuchungen der wichtigen Relationen von Bild und Wissen in den letzten zehn Jahren zeigte, dass ein Abkommen von Ikonoklasmus der Kultur- und Geisteswissenschaftlich außerordentlich fruchtbar sein kann. Im vorliegenden Vortrag wird jedoch argumentiert, dass eine erneute Rekursion zum Ikonoklasmus nicht als Fixierung auf die Schrift und Buchstaben, sondern – differenziert – als vorläufige Fixierung auf fluktuierende, rhythmische Signale, Zeiteffekte und Klangphänomene fruchtbar sein könnte. Um diesen Ansatz zusätzlich zu verschärfen werden die Medien dreier Wissensbereiche, die seit den 1980er zunehmend als bildgebende Wissensmedien etabliert wurden, nämlich die Unterwassererkundung (Sonar), die Radioastronomie und die Bildgebung mittels Ultraschall im medizinischen Bereich untersucht.   Literatur: Shintaro Miyazaki, „Das Sonische und das Meer. Epistemogene Effekte von Sonar…
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Judith Willkomm: Tiere, Töne: Tatsachen? Zur Rolle von Medientechnologien in bioakustischer Feldforschung.

GfM 2013 – Abstracts, Intern
Autorin: Judith Willkomm, M. A. (DFG-Graduiertenkolleg "Locating Media" der Universität Siegen)   Titel: Tiere, Töne: Tatsachen? Zur Rolle von Medientechnologien in bioakustischer Feldforschung   Abstract: Die Bioakustik ist ein Forschungsfeld, das in den 1950er Jahren aus den technischen Möglichkeiten der Schallspeicherung und -übertragung erwuchs und die Tontechnik als epistemisches Werkzeug in ihren Forschungsalltag einband. Seither helfen Tonaufnahmen der Biologie die akustische Kommunikation von Tieren zu studieren und deren auditive Wahrnehmungsformen zu ergründen. Doch der Einsatz von Medientechnologien in der bioakustischen Feldforschung erfolgt nicht ohne Hürden und Irritationen. Denn was geschieht, wenn die Geräte nicht das aufnehmen, was die Forschenden im Feld hören oder unhörbares sichtbar wird? In welchen Momenten ist die Technik (nur) widerständiges Werkzeug bei der Datenerhebung und wann wird sie zum Medium, das die Sinne der Forschenden erweitert?…
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Update: Planung der Panels für die GfM-Tagung 2013

AG-bezogene Themen, GfM 2013 – Abstracts, Intern
Liebe AG-ler, Ende Januar endet die Einreichfrist für die nächste GfM-Tagung. Wie Sie der E-Mail von Jan Müggenburg aus Lüneburg entnehmen konnten, sind Vorschläge der AGs für eigene Panels sehr willkommen. Bisher sind fünf Vorschläge bei mir eingegangen, so dass wir zur Zeit damit rechnen, zwei Panels zum Thema „Akustische Medien als Werkzeuge wissenschaftlicher Erkenntnis“ einzureichen. Die Vortragenden sind: Steffen Lepa, Alexander Lindau: „Dynamische Binauralsynthese – ein Verfahren der virtuellen Akustik als neues Erkenntnis- und Forschungsmedium der Audiomedienwissenschaften?“ Shintaro Miyazaki: „Über blinde Medientechnologien. Ikonoklasmus als medienwissenschaftliche Tugend.“ Heiner Stahl: „Stimmgabeln. Vom Lernen über das Hören und die Verwissenschaftlichung des Gehörs am Beispiel der Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane (1890-1915).“ Axel Volmar: „Akustemische Verfahren. Zur Geschichte der auditiven Kultur der Naturwissenschaften.“ Judith Willkomm: „Auditive Aufzeichnungsverfahren in bioakustischer Feldforschung.“ Diejenigen von…
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Steffen Lepa, Alexander Lindau: Dynamische Binauralsynthese – ein Verfahren der virtuellen Akustik als neues Erkenntnis- und Forschungsmedium der Audiomedienwissenschaften?

GfM 2013 – Abstracts, Intern
Autoren: Steffen Lepa Alexander Lindau (FG Audiokommunikation, TU Berlin) Titel: Dynamische Binauralsynthese – ein Verfahren der virtuellen Akustik als neues Erkenntnis- und Forschungsmedium der Audiomedienwissenschaften? Abstract (max. 2000 Zeichen): Im Kontext eines internationalen medientheoretischen Diskurses um einen “New Materialism” (Packer & Crofts Wiley, 2011) wird auch in der deutschen Medienforschung inzwischen diskutiert, wie das Zusammenspiel physikalisch-materieller Eigenschaften von Medientechnologien mit den auf dieselben Objekte gerichteten sozialen Konstruktionen und kulturellen Zuschreibungen im Kontext der sozialen Alltagspraxis methodisch schlüssig rekonstruiert werden kann (Lepa, 2012). Für die mit Auditiven Medienkulturen befassten ForscherInnen bietet sich in Gestalt der Dynamischen Binauralsynthese (Lindau, Hohn, & Weinzierl, 2007) dafür inzwischen eine besondere Möglichkeit: Mit ihrer Hilfe lassen sich die Wiedergabeeigenschaften von beliebigen Medientechnologien in beliebigen räumlichen Anordnungen und Hörpositionen so plausibel simulieren, dass auf akustischer Ebene von…
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