CFP zur AG-Tagung 2015

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Mit der Bitte um Weiterleitung an alle einschlägig interessierten Listen, Foren, etc. hier der Call for Papers für die kommende AG Tagung in Lüneburg, 19./20. Februar 2015. (Deadline: 1. Dezember 2014)

Hier als PDF: cfp_treueschwur_und_realitaetsverlust

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Call for Papers
Jahrestagung der GfM-AG »Auditive Kultur und Sound Studies« 19./20. Februar 2015
Schwerpunktbereich ((audio)) Ästhetische Strategien Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien (ICAM) Leuphana Universität Lüneburg
Organisation: Rolf Großmann, Malte Pelleter

Treueschwur und Realitätsverlust
Phasen und Dispositive auditiver Medienkultur

»Can such complex movement be transmitted from such plate, […] with such fidelity as to give to such indentations the same varied and complex form; and, if so, will this embossing-point […] follow it with such fidelity as to retransmit to the disk the same variety of movement, and thus effect a restoration or reproduction of the vocal or other soundwaves, without loss of any property essential to producing upon the ear the same sensation as if coming direct from the original source?« (T.A. Edison, »The Future of the Phonograph«, 1878)

Schon in ihrer Geburtsstunde wurde der Phonographie ein Treueschwur mitgegeben. Die Realität des Phonographen sollte – nach Maßgabe ihres Erfinders – der vormedialen Realität sensorisch gleichzusetzen sein. Und doch nagt an Edisons Realismus bereits ein allererster Zweifel, der einem möglichen Verlust den essenziellen Gehalt dieser Medien-Realität gegenüberstellt. Beide Pole – Treueschwur und Realitätsverlust – ziehen sich kontinuierlich durch die Geschichte der phonographischen Medien und spannen dabei das thematische Feld der kommenden AG-Tagung auf. Zwischen einem grammophonischem Realismus, der mit der getreuen Wiedergabe von ›his master’s voice‹ nicht nur Schoßhunde zu täuschen verspricht, und den ungehörten Sonic Fictions aktueller Medienmusiken, werden die Bedingungen der Möglichkeit von Medien-Realität an sich immer wieder zur Disposition gestellt.

Wir freuen uns auf (historische/phänomenologische/medientheoretische/empirische usw.) Beiträge, die bestimmte technik/kulturelle Konstellationen auditiver Medienkultur in ihrer spezifischen Beziehung zu einer ›Realität‹ beschreiben, wie auch immer diese (vor- oder nachgängig) aussehen, bzw. sich anhören, mag. Dabei möchten wir ausdrücklich anregen – im Sinne des Selbstverständnisses der AG –, die Vorträge an konkreten Klangbeispielen zu führen.

Der Orientierung sollen u.a. folgende Leitfragen dienen:

  • Welches sind die Apparate, Konfigurationen, Traditionen der getreuen Wiedergabe? Welche
    repräsentieren andererseits die manipulative/konstruktive/generative Seite der Phonographie?
  • Welche methodischen Zugänge eignen sich für konkrete empirische Analysen auditiver Medien- Realitäten? Welche ›Realismen‹ werden andererseits von bestimmten Methoden stillschweigend impliziert?
  • Ist die beschworene Treue des HiFi-Paradigmas nur ein Zwischenspiel in der Geschichte der Phonographie oder ein fundamentales Medienversprechen?
  • Hat wiederum der LoFi-Sound das ihm so oft zugesprochene medienreflexive Potential der Störung eingelöst oder ist das Knistern einer Vinylschallplatte bereits zum bloßen Klang-Fetisch geronnen?
  • Welche Rolle spielen heute (wieder) die Kategorien der Authentizität und des Dokumentarischen, bspw. in den Debatten um Field-Recording und Liveness?
  • Welche besondere Forderungen werden an die Abbildungstreue auditiver Medien als epistemische Werkzeuge gestellt?
  • Kehren mit den Spekulationen um ›Neuen Realismus‹ und insb. einen ›Sonic Materialism‹ die einst !verabschiedeten Ontologien in den Sound-Diskurs zurück?

Die Vorträge sollten einen zeitlichen Umfang ca. 30 Minuten haben. Bitte senden Sie Abstracts (max. 1 S.) bis zum 01.12.2014 an malte.pelleter@leuphana.de. Über eine Aufnahme ins Programm benachrichtigen wir bis zum 12.12.2014.

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